Karl Klaus Körner und Thomas Zimmel vom KMA haben zusammen mit der Kunsthistorikerin Anna-Marie Kroupová zwei Seestücken des Malers Lorenzo Valentino Butti (1805–1860; geboren in der Hafenstadt Triest) aus der Belvedere-Sammlung beforscht.

Stürmische See in seichten Gewässern bei Malamocco

Die Bilder wurden 1846 fertiggestellt: Seestück mit Scirocco [Seestück im Scirocco] und Stürmische See auf seichtem Grund bei Malamocco [Stürmische See in seichten Gewässern bei Malamocco]. Während das erste Gemälde in der Ausstellung Viva Venezia! als Beispiel für die romantische Mythologisierung Venedigs vorgestellt wurde, (Belvedere, 2022), zeigt diese Analyse, dass beide Werke weit mehr sind als bloße dekorative Hafenszenen und von Butti sowohl thematisch als auch formal als Paar konzipiert wurden.

Durch die Untersuchung der detailreichen Darstellung einer Reihe von Schiffen, Flaggen und Wetterbedingungen – unterstützt durch ikonografische Detailanalyse, Archivforschung, zeitgenössische Pressequellen, biografische Aufzeichnungen und maritime Fachkenntnisse – verbinden wir die Werke mit konkreten historischen Ereignissen, die sich 1844 zugetragen haben.

Eine Analyse der spezifischen Beschreibung des Bildes und der darin dargestellten meteorologischen Bedingungen zwingt uns nicht nur dazu, den Titel Seestück mit Scirocco zu korrigieren und zum ursprünglichen Titel „Seestück mit Sciroccal-Luft“ zurückzukehren, sondern auch den Ort endgültig von Venedig nach Triest zu ändern.

Der Auftrag von Kaiser Ferdinand I. während seines Besuchs in Triest im Jahr 1844 scheint einen doppelten Zweck gehabt zu haben: Die Gemälde dokumentieren nicht nur maritime Ereignisse, sondern präsentieren auch den imperialen Machtanspruch der Habsburgermonarchie. Die Werke boten Butti letztendlich auch die Möglichkeit, sein Image auf dem Weg zum Marinemaler des kaiserlichen Hofes zu stärken.

Der Artikel ist hier im Belvedere Research Journal frei zugänglich: https://doi.org/10.48636/brj.2025.1.114341


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